Das Projekt Virtual Immersive Environment Workplace (VIEW) ist aus meinem Promotionsthema (Immersive Imaging) hervorgegangen. Das Ziel ist es, ein möglichst kostengünstiges Anzeigesystem aus mehreren Projektoren zur Projektion von bewegten und nicht bewegten Bildern auf unebene Oberflächen zu entwickeln. Dieses Anzeigesystem soll sich durch eine hohe Auflösung sowie durch eine flexible und einfache Handhabung bei gleichzeitig niedrigen Kosten auszeichnen. Für dieses Projekt habe ich an der Entwicklung einer in C++ geschriebenen Software zur automatischen Kalibrierung von Multiprojektor-Systemen für gekrümmte Projektionsoberflächen gearbeitet.
Zu Beginn des Projektes ging es zunächst einmal darum, den Cluster Computer aufzubauen und einzurichten. Dazu habe ich einen der - von Seiten der Hardware glücklicherweise gleich ausgestatten - Computer eingerichtet. Danach konnte das Betriebssystem (Linux) ganz einfach auf die anderen Computer kopiert werden. Einige kleinere Anpassungen konnten manuell vorgenommen werden. Der Raum war zwar mit einer gigantischen Klimanalage augestattet, allerdings war auf diese kein Verlass. Aus diesem Grund wurde die Temparatur jedes einzelnen Computers überwacht, der sich bei Bedarf selber ausgeschaltet hat. Um jeden einzelnen Computer auch aus der Ferne steuern zu können, hat Herr Kleimann eine Steuerungseinheit entwickelt mit der die Computer über eine Software ein- und ausgeschaltet werden konnten.
Nachdem der Cluster Computer aufgebaut und einsatzbereit war, die Leinwand und die Projektoren unter der Decke aufgehängt waren, mußte zunächst die Kalibrierung der gekrümmten Oberfläche sichergestellt werden. In einem ersten Schritt wurde ein einzelner Projektor kalibriert (das von ihm auf eine nicht planare Oberfläche projizierte Bild entzerrt) werden. Nachdem die Kalibrierung eines einzelnen Projektors möglich war, mußte die Kamera, mit deren Hilfe die Kalibrierung erfolgte, automatisch in die jeweils richtige Position gebracht werden, so dass auch die anderen Projektoren kalibriert werden konnten. Dazu wurde eine Schwenk-Neige-Vorrichtung (Pan-Tilt-Unit) verwendet, die aus der Ferne gesteuert werden konnte. Neben der Kalibrierung eines einzelnen Projektors, mußten die Übergänge zwischen zeit Projektoren ebenfalls kalibriert werden. Die Kalibrierung wurde mit Hilfe von Texturen und Alpha-Blending Funktionen von OpenGL umgesetzt.
Der letzte Schritt bestand darin, ein Bild auf die so entstandene Leinwand zu projizieren. Dazu mußte das Bild (das eine entsprechend hohe Auflösung haben mußte) in mehrere Teile geteilt werden (pro Projektor ein Teilbild). Die von mir implementierte Software sollte außerdem in der Lage sein, das Bild nach links und rechts zu verschieben sowie Funktionen zum vergrößern und verkleinern des Bildes bieten. Das implementierte Programm war auf mehrere Computer verteilt und wurde in mehreren Threads ausgeführt, um eine flüssige Widergabe zu erreichen.
Unterlagen zu den Vorträgen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUni in Hagen .
In der Zeitschrift FernUni ist ein Artikel über das Projekt VIEW veröffentlicht worden. Der vollständige Artikel der FU Perspektive ist auf den Internetseiten der Fernuniversität in Hagen erhältlich.